BUTOKUKAI GERMANY e.V. | Stephan Peitz Kyoshi
|  SHORINJI RYU KARATE DO |  OKINAWA KOBUDO  |  TAI CHI  |  CHI KUNG  |  gegr. von Richard Kim, Hanshi

Jo | Der Gehstock |

Die okinawanische Variante Yonshakubo der verkürzten Stockwaffen (Yon - vier, Shaku - etwa 30 cm, insgesamt 1,20 m) ist in der Form identisch mit dem japanischen Jo. Während der japanische Jo seine eigenen Methoden hat, blieb der okinawanische Yonshakubo davon weitgehend unbeeinflusst und wurde in seiner Weise ausschließlich von den okinawanischen Kobudo Meistern gebraucht.

Der Yonshakubo ist etwa 1,20 m lang und hat einen Durchmesser zwischen 2,5 und 3 cm. Der Durchmesser war gewöhnlich über die ganze Länge gleich. Gelegentlich wurde der Bo an beiden Enden zu einer sehr scharfen Spitze verdünnt. Heute gebraucht man auch für den okinawanischen Yonshakubo weitgehend die Bezeichnung Jo und für seine Techniken die Bezeichnung Jojutsu. Obwohl dieser Waffe die Reichweite des Kushanku Bo und des Rokushaku bo fehlt, ist sie angenehmer mit einer Hand zu gebrauchen. Mit der Länge des Arms zuzüglich der Länge des Jo konnte man ausreichende Weiten erzielen.

Nachdem die Satsuma Okinawa besetzt hatten, begann für die Bevölkerung eine harte Zeit. Die älteren Menschen wurden als unproduktiv bezeichnet und oft grundlos grausam behandelt. Da sie nicht mehr die Kraft ihrer Jugend besaßen, mussten sie sich auf den Gebrauch ihrer Gehstöcke verlassen. Heute glaubt man, dass der größte Teil der Yonshaku Techniken davon beeinflusst ist.

Der Gehstock der Alten und der Yonshakubo waren ursprünglich dasselbe. Für die älteren Menschen war er ein ideales Mittel, sich gegen die Satsuma zu verteidigen. Die Alten mussten sich dabei weit mehr auf eine feine Technik als auf ihre Kraft verlassen. Deshalb beruhen viele heutige Techniken mit dieser Waffe im Gegensatz zum japanischen Jo auf Hebeln, Gleichgewichtsbrechen, Täuschungen und Techniken zu den Vitalpunkten des Körpers. Für die älteren Menschen war es niemals ein Problem, mit einem Gehstock herumzulaufen, und daher konnte das Besitzen eines solchen Stockes nur schwer von den Satsuma-Samurai verboten werden. Auf okinawanischer Seite führte dies zu einem ungeheuren Aufschwung der kurzen Stockwaffentechniken. Doch der Gebrauch dieser Waffe beschränkte sich fast ausschließlich auf die älteren Menschen, während die jungen die größeren Stockwaffen (Rokushakubo) bevorzugten.

Jo Kata | Formen | Shorinji Ryu Kobudo

Aragaki No Jo
Noburo No Jo
Noburi No Jo sho
Noburo No Jo dai