BUTOKUKAI GERMANY e.V. | Stephan Peitz Kyoshi
|  SHORINJI RYU KARATE DO |  OKINAWA KOBUDO  |  TAI CHI  |  CHI KUNG  |  gegr. von Richard Kim, Hanshi

Hanshi Jean Chalamon | 10. Dan |
Offizier der Ehrenlegion

1935
Geboren in Cap St. Jacques in Südvietnam. Vater Franzose, Mutter chinesisch-vietnamesischer Herkunft.

1947-1953
Eintritt in die Militärschule der Streitkräfte in Dalat in Südvietnam, wo er mit Judo, Jiu-jitsu, Nahkampf und Boxen anfängt.

1953-54
Nach Beendigung der Schule in Dalat, mitten im Indochina Krieg, tritt er den Streitkräften bei und meldet sich als Freiwilliger, um an allen Kampfhandlungen im Tonking-Delta teilzunehmen. Während der Schlacht von Dien Bien Phu wird er verwundet und in der Nacht vom 31. März 1954 gefangengenommen. Nach 6 Monaten Gefangenschaft in den Todeslagern von Viet Minh, wird er befreit und kommt nach Frankreich. Er wird mit dem Kriegeskreuz mit silbernem Stern ausgezeichnet.

1955-57
Erster Aufenthalt in Algerien.
Als Kommandant eines Außenpostens mitten im Rebellengebiet hat er einen doppelten Auftrag: 

  • auf der einen Seite soll die Ordnung durch militärische Aktionen aufrecht erhalten werden: Verteidigung des Außenpostens, Sicherung des Sektors, Hinterhalte legen, Patrouillen und Teilnahme an militärischen Operationen gemeinsam mit anderen Einheiten.
  • Auf der anderen Seite soll die Region befriedet werden: Volkszählung, Unterricht der Kinder, Hilfe in verschiedener Form für ansässige algerische Familien.

Das Training der Kampfkünste wird weniger und unregelmäßig. Während eines Zusammenstoßes mit einem Rebellenkommando wird er erneut verwundet. Er wird mit dem Militärverdienstkreuz dekoriert und dann nach Frankreich zurückgebracht.

1958-1959
Training im Judo und Shotokan Karate mit Meister Kawashi, 6. Dan, einer der Pioniere des Judos in Frankreich, und mit Jim Alcheik, 3. Dan, der Karate im Verein „La montagne Sainte Geneviève“ in Paris eingeführt hat. Dort trifft er Hiroo Mochizuki, Henri Plee und Hoanam. 

1960-1962 
Zweiter Aufenthalt in Algerien.
Seine Leistungen im Feld und seine Erfolge im Kampf haben dazu geführt, dass er wieder mit dem Militärverdienstkreuz ausgezeichnet wird. Im darauffolgenden Jahr wird er aufgrund von neuerlichen Bravourleistungen wieder mit dem Militärverdienstkreuz ausgezeichnet.

Wieder in Frankreich wird er dem 6. Bataillon der Bergjäger in Genoble zugeteilt. Er nimmt das Training im Dojo der Kaserne wieder auf.

1965
Am 22. März Hochzeit mit Michèle Barot in Grenoble.

1966
Geburt seiner ersten Tochter Myriam.

1970
Geburt seiner zweiten Tochter Cécile.

Nach einem Jahr der Vorbereitung wird Jean Chalamon zu einem Auswahlverfahren für Offiziere zugelassen. Diese Zulassung erhält ein Kandidat aufgrund seiner Fähigkeiten in grundlegenden militärischen Bereichen. In dem Auswahlverfahren werden die Fähigkeiten im Kampf beurteilt.

Trotz seiner Erfahrung im Indochina-Krieg und seinen zwei Aufenthalten in Algerien, wo er zahlreiche Auszeichnungen in Kampfhandlungen erhalten hat, wird er hier ausgeschlossen, und zwar von einem Materialoffizier, der nie eine Kampfeinheit befehligt und nie einem Gegner gegenübergestanden hat. Entmutigt und angewidert verlässt er die Streitkräfte. Das Band, das ihn noch mit den Streitkräften verbunden hat, ist zerrissen. Er hat bei den Soldaten immer die Aufrichtigkeit, den Mut, das Pflichtgefühl und die Aufopferungsbereitschaft geschätzt.

Er geht mit seiner Familie nach Paris um Arbeit zu suchen. Nachdem er Kurse bei BULL und IBM belegt hat, nimmt er an einem Auswahlverfahren teil, um als Informatiker bei CAM (centre d’automatisation pour le management) anzufangen, einer Firma, die im Informatikbereich spezialisiert ist (1970-1993).

1971
Jean verlässt die Streitkräfte und zieht mit seiner Familie nach Paris, um Arbeit zu suchen. Mit einigen Arbeitskollegen bildet er eine kleine Gruppe von Trainierenden. Einer von ihnen sieht eine Annonce in einer Pariser Zeitung: „5. Dan Karate sucht Dojo“. Es handelt sich um Richard Lee.

(1971-82)
Richard Lee unterrichtet Shorinji Ryu Karate, Okinawa Kobudo und Tai Chi (Yang Stil) im Dojo von Jean in der Rue de Lille in Paris. Lee lädt seinen Meister (O’ Sensei Kim, der in Kalifornien lebt, ein, einmal pro Jahr nach Frankreich zu kommen, um Lehrgänge von einer Woche Dauer zu geben. O’ Sensei Kim, 9. Dan, hat eine solch reichhaltiges Wissen im Bereich der Kampfkünste, dass man ihn "die lebende Enzyklopädie der Kampfkünste" nennt.

1972
Jean gibt Karateunterricht in der Sporthalle seiner Firma in Arcueil. Um seinen hervorragenden technischen Stand zu halten, trainiert er ab diesem Zeitpunkt eine Stunde am Tag, bevor er zur Arbeit geht.

1974
Eröffnung eines Dojo an einer Militärschule in Bagneux.

1979
Ernennung zum San Dan (3. Dan) Shorinji Ryu durch O’ Sensei Kim.

1982
O’ Sensei Kim trennt sich von Richard Lee. Richard Lee verlässt den Butokukai, um Shorinji-Ryu International zu gründen. O’ Sensei Kim beauftragt Jean damit, den Butokukai in Frankreich und Europa aufzubauen.

1983
Eröffnung eines neuen Dojo in der Rue Cler in Paris.

Er bekommt vom Staat die Zulassung, im Sportbereich Karate und ähnliche Künste zu unterrichten. Aufgrund seiner Ehrentitel, die er im Krieg mit Indochina und Algerien erhalten hat, wird er vom französischen Staatspräsidenten François Mitterand zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.

1986
Ernennung zum Yon Dan (4. Dan) Shorinji Ryu durch O’ Sensei Kim.

1990
O’ Sensei Kim kann nicht mehr nach Frankreich reisen, er lädt Jean zu seinen Sommerlehrgängen nach Guelph in Kanada ein.

1992
Ernennung zum Go Dan (5. Dan) Shorinji Ryu durch O’ Sensei Kim.

1993
Eröffnung eines neuen Dojo in Villabé en Essonne. Jean geht in Pension. Von dann widmet er sich jeden Vormittag seinem persönlichen Training und der Meditation.

1996
Gründung des Butokukai Europe.

1998
Ernennung zum Roku Dan (6. Dan) Shorinji Ryu durch Sensei Kim.

1999
Er wird vom französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac zum Offizier der Ehrenlegion ernannt.

2001
Tod von O’ Sensei KIM, 10. Dan.

Ernennung zum Kyoshi.
Revitalisierung des Butokukai Germany e.V. und Verleihung des Menkyo Kaiden für Deutschland an Stephan Peitz im Namen von Richard Kim.

Er verlässt Paris und zieht zu seinen Töchtern nach Chambéry, wo er ein neues Dojo eröffnet. Dann beginnt er mit dem Schreiben von fachspezifischen Büchern über Karate, Kobudo, Tai Chi, Chi Kung und Meditation.

2003
Gründung des Butokukai Spanien.

Verleihung des Sichi Dan (7. Dan) Shorinji Ryu durch den Zen Bei Butokukai.

2005
Gründung des Butokukai Polen. Verleihung des Hachi Dan ( 8. Dan)  Shorinji Ryu  durch den Zen Bei Butokukai.

2006
Der Butokukai International wird zum Kokusai Butokukai. Dieser umfasst die USA, Kanada, Deutschland, Spanien, Frankreich und Polen.

Er erhält den Ehrentitel Hanshi durch den Kokusai Butokukai.

2008
Verleihung des Ku Dan (9. Dan) Shorinji Ryu durch den Zen Bei Butokukai.

2011
Gründung des Butokukai Schottland. Verleihung des Ju Dan (10. Dan) Shorinji Ryu durch den Kokusai Butokukai.

2012
Gründung des Butokukai Luxemburg. Jean Chalamon, der im Alter von zwölf Jahren mit den Kampfkünsten begonnen hat, trainiert auch heute noch jeden Tag. 

Nach mehr als 65 Jahren des Trainierens und Unterrichtens empfindet er es als Verpflichtung, seine Erfahrung und seine Kenntnisse der Kampfkünste mit all denen zu teilen, die sich dafür interessieren. 

Seiner Meinung nach darf die körperliche und technische Arbeit nicht von der Arbeit mit Energie und Geist abgekoppelt werden. All das soll zusammen und gleichzeitig betrieben werden. 

Denn es handelt sich nicht nur darum, das technische Niveau des Übenden zu verbessern, sondern auch um die Entwicklung seiner Person als Ganzes. Alles, was die Gesamtheit des Menschen ausmacht, muss in Betracht gezogen werden: Körper, Technik, Umgang mit Energie, Emotionen, mentale Verfassung, Intellekt und Geist.

Wenn man sich auch das technische Niveau im Verlauf einiger Jahre aneignen kann, so braucht es doch sehr viel länger, um die Arbeit mit Energie, Emotionen, des Mentalen, des Intellekts und des Geistigen zu beherrschen. Die Entwicklung dieser verschiedenen Aspekte ist also unverzichtbar. Es muss besonders über ihre Harmonie gewacht werden, da sich all diese Aspekte gegenseitig beeinflussen, um dadurch so weit wie möglich zu wachsen, hin zu einem menschlichen Ideal.